Was machen LandwirtInnen eigentlich?

Ideen zum Beruf des Landwirts hat jeder von uns, aber wer weiß schon, was ein/e LandwirtIn genau tut?

Fast jeder von uns hat es schon einmal getan. Das Bestellen eines Wiener Schnitzels mit Pommes frites und Salat. Aber wer sorgt dafür, dass dem Koch die Zutaten für dieses Gericht zur Verfügung stehen? Wer produziert die dafür notwendigen Lebensmittel? Die Antwort erscheint zunächst einmal ganz einfach: Ein Landwirt. Doch stopp- ist es wirklich nur ein einzeler Landwirt, der die Vielzahl von Lebensmitteln produziert? Früher, zu Großmutters Zeiten war das noch so. Die landwirtschaftlichen Betriebe waren klein, ein Landwirt versorge, um das Jahr 1950 herum, gerade einmal durchschnittlich zehn Menschen mit Lebensmitteln. Außerdem waren die Betriebe sehr vielseitig. Auf den meisten Höfen wurden beispielsweise Rinder, Schweine und Hühner gehalten, sowie Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Eben alles um die Bauernfamilie und ein paar weitere Personen fast vollständig zu ernähren. Doch im Laufe der Zeit hat der Strukturwandel auch nicht vor der Landwirtschaft halt gemacht. Mittlerweile ernährt ein landwirtschaftlicher Betrieb durchschnittlich 133 Personen und ist auf eine der folgenden Betriebsformen spezialisiert:

  • Futterbaubetrieb (Produktion von Milch, Rindvieh oder Schafen)
  • Ackerbaubetrieb (Produktion von Getreide und anderen Verkausfrüchten)
  • Dauerkulturbetrieb (Produktion von Wein und Obst)
  • Gartenbaubetrieb
  • Veredelungsbetrieb (Produktion von Schweinen, Geflügel und Eiern) oder
  • Gemischtbetrieb/ Verbundbetrieb (Kombination der anderen Betriebsformen)

Doch zurück zu unserem Wiener Schnitzel mit Pommes frites und Salat. Um die Zutaten für dieses Gericht zu produzieren, wird nicht nur irgendein landwirtschaftlicher Betrieb benötigt, sondern gleich mehrere. Um genau zu sein benötigt man einen Futterbaubetrieb für das Kalbfleisch, einen Gartenbaubetrieb für den Salat und für die Pommes frites sowie für die Panade des Schnitzels einen Ackerbau- und einen Veredelungsbetrieb. Für die Produktion von Lebensmitteln ist der Landwirt im Stall und auf dem Feld unterwegs. Er muss die Tiere füttern, misten, pflegen und gegebenfalls melken. Wichtig ist auch, dass er seine Tiere kennt und regelmäßig beobachtet, damit es ihm auffällt, falls ein Tier erkrankt ist, oder eine Geburt ansteht. Auf dem Feld ist auch eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen. Der Boden muss bearbeitet werden, das geschieht mechanisch z.B. mit dem Pflug oder dem Gubber. Natürlich ist der Landwirt auch für das Bestellen seines Schlages zuständig. Damit ist gemeint, dass er die Kultur (z.B. Mais-, Zuckerrüben-, oder Getreidesaatgut) in den Boden aussät. Weiterhin steht der Pflanzenschutz, die Düngung und letztendlich die Ernte sowie das Einlagern der angebauten Kulturpflanzen auf dem Programm. Das Arbeiten im Büro gehört genauso zu den Aufgaben des Landwirts wie technisches Verständnis für den Umgang mit Maschinen. Sehr wichtig ist ein Gespür für Tiere und Naturverbundenheit. Wie du siehst, ist der Beruf des Landwirts sehr vielfältig. Damit aber noch nicht genug, denn Landwirte sind noch vielmehr als reine Lebensmittelproduzenten. Sie sorgen für den Erhalt der Kulturlandschaft und ihrer natürlichen Ressourcen. Das bedeutet, dass sie beispielsweise Felder und Wiesen angepasst bewirtschaften und auch Flächen wie Ackerrandstreifen und die Anlage von Hecken pflegen. Damit schaffen sie unter anderem Lebensräume für Vögel, Wild und viele weitere Tiere. Die Erzeugung und Verwertung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, Biogas oder Solarstrom erweitert das Berufsbild des Landwirts zum Energiewirt. Einige Energiewirte betreiben eine Biogasanlage. Hauptaufgaben sind die "Fütterung", Kontrolle und Wartung der Anlage. Technisches und handwerkliches Geschick ist dabei genauso gefragt wie Kenntnisse in Chemie. Andere Landwirte haben in Photovoltaik- und Windkraftanlagen investiert, da landwirtschaftliche Gebäude bzw. landwirtschaftliche Flächen häufig besonders geeignete Standorte für die Energiegewinnung darstellen.

Viele Betriebe bieten Dienstleistungen im Freizeit- und Erholungsbereich an. Das kannbeispielsweise das Vermieten von Pferdepensionsboxen und "Ferien auf dem Bauernhof" bedeuten, oder der landwirtschaftliche Betrieb wird als "Lernort Bauernhof" zur Verfügung gestellt. Dabe ist es besonders wichtig, dass der Landwirt gut mit Menschen umgehen kann und sich als Dienstleister versteht. Hier lautet die Devise: "Immer freundlich bleiben!"

Aufgrund ihres Knowhows und des vorhandenen Maschinenparks bieten viele Landwirte ihre Dienstleistungen im Bereich Natur- und Landschaftspflege an. Dies können beispielsweise das Freihalten von Bewuchs auf landwirtschaftlichen Wegen und das Räumen von Schnee auf Parkplätzen sein.

Als Direktvermarkter haben sich viele Landwirte ein weiteres Standbein aufgebaut. In dem eigenen Hofladen, oder auf regionalen Märkten bieten sie ihre Lebensmittel dem Endverbraucher zum Kauf an.

Obwohl es sehr viel unterschiedliche Bereiche in der Landwirtschaft gib, ist die Ausbildung in keine gesonderten Fachbereiche unterteilt, da ein breitgefächertes Basiswissen erworben werden soll. Der Wechsel der Ausbildungsbetriebe während der Lehrzeit ist empfehlenswert.  

 

Mit der Natur, mit Boden-Pflanze-Tier und Technik

Die Landwirtschaft ist eine wichtige Branche mit vielfältigen Aufgaben. Sie ist unersetzlich für unsere Gesellschaft!